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  • Kateryna Bobrovska

Ich hoffe nur, dass es bald vorbei ist

Am 22. Februar bin ich in mein Studentenwohnheim gekommen, habe Abendessen gekocht und mit meiner Nachbarin die Nachrichten gelesen, in denen ein russischer Politiker sagte, dass der Krieg definitiv am 22. Februar beginnen würde. Das war sehr lustig für uns, so etwas zu lesen und zu hören, weil nichts passiert ist und wir überzeugt waren, dass dies im Jahr 2022 inmitten Europas unmöglich sein würde. Am nächsten Tag ist die Nachbarin abgereist, und ich bin wegen der Arbeit in Lemberg geblieben.


Am Morgen des 24. Februar bin ich von einer Sirene aufgewacht und habe zuerst gedacht, dass es die Polizei oder die Feuerwehr ist. Ein paar Minuten später habe ich Instagram geöffnet und habe bei allen eine auf schwarzem Hintergrund geschriebene Nachricht gelesen: „Russland hat eine umfassende Offensive gegen die Ukraine gestartet.“ Dann sehe ich eine Nachricht von meiner Mutter: „Der Krieg hat begonnen, geh ins Ausland.“ Das Erste, was ich gefühlt habe, war Schock, Tränen und Unverständnis, was ich als Nächstes tun sollte. Ein paar Stunden später haben meine Freunde und ich beschlossen, nach Hause zu meinen Eltern zu fahren, aber in diesem Moment war der öffentliche Verkehr überlastet, die Busse waren überfüllt und wir haben beschlossen, am nächsten Tag zu fahren. Das Einzige, was ich in den ersten zwei Tagen gefühlt habe, war Angst um mich selbst und meine Angehörigen. Es schien mir, als würde bald dasselbe passieren wie in Kyjiw. Damals konnte ich weder schlafen noch essen. Ich habe nur auf neue Nachrichten gewartet und war mir sicher, dass Russland immer noch nichts über uns weiß, dass in ein paar Tagen die Proteste beginnen werden und sie alles stoppen können und ab nächster Woche werden wir alle zurückkehren zu einem friedlichen Leben.


Ich fühlte mich erst sicher, als ich nach Hause kam, wo ich den Freiwilligen helfen konnte und die ganze Familie zusammen war.


Ich hoffe nur, dass es bald vorbei ist. Wir werden den Krieg beenden, der nicht erst 3 Monate, sondern schon 8 Jahre dauert, und alle kehren in die Ukraine zurück.


Ich kann mit Sicherheit sagen, dass niemand mehr so sein wird wie zuvor. Wir begannen jeden Moment zu schätzen und erkannten, dass unsere "Probleme" vor dem Krieg keine wirklichen Probleme waren. Die Werte im Leben haben sich definitiv geändert, Familie und Freunde werden immer an erster Stelle stehen. Und jetzt werden sogar einfache alltägliche Dinge wie das Frühstück in einem Café geschätzt wie nie zuvor.

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